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Wie man Krypto-Betrug vermeidet: Vollständiger Schutzleitfaden

Kryptowährungsbetrug hat Anleger Milliarden von Dollar gekostet. Die pseudonyme Natur von Blockchain-Transaktionen, die Unumkehrbarkeit von Überweisungen und die technische Komplexität des Ökosystems schaffen einen fruchtbaren Boden für Betrüger. Im Jahr 2026 sind Betrugsmaschen ausgefeilter denn je — KI-generierte Deepfakes, ausgeklügelte Social-Engineering-Kampagnen und äußerst überzeugende Fake-Plattformen machen Wachsamkeit unverzichtbar. Dieser Leitfaden vermittelt Ihnen das Wissen, um die häufigsten Kryptowährungsbetrügereien zu erkennen, zu vermeiden und sich davor zu schützen.

Warum Krypto-Betrug so verbreitet ist

Mehrere Eigenschaften von Kryptowährungen machen sie zu einem attraktiven Ziel für Betrüger:

  • Unumkehrbare Transaktionen: Sobald Kryptowährung gesendet wurde, kann sie nicht rückgängig gemacht werden. Es gibt keine Rückbuchung, keinen Kundenservice zum Anrufen und keine Bank, die eingreifen kann.
  • Pseudonymität: Betrüger können hinter anonymen Wallets und gefälschten Identitäten agieren, was ihre Verfolgung und Strafverfolgung erschwert.
  • Technische Komplexität: Viele Nutzer verstehen nicht vollständig, wie Wallets, Smart Contracts und DeFi-Protokolle funktionieren, und sind dadurch anfällig für Ausnutzung.
  • Regulatorische Lücken: Der regulatorische Rahmen für Kryptowährungen entwickelt sich noch, und die Durchsetzung ist je nach Rechtsraum uneinheitlich.
  • FOMO und Gier: Das Potenzial für hohe Renditen zieht Menschen an, die in ihrer Gewinnabsicht Warnsignale übersehen.
  • Global und rund um die Uhr: Betrüger können Opfer jederzeit grenzüberschreitend ins Visier nehmen, was die Reaktion der Strafverfolgung erschwert.

Häufige Arten von Krypto-Betrug

1. Phishing-Betrug

Phishing ist die häufigste und schädlichste Form von Kryptowährungsbetrug. Angreifer erstellen gefälschte Websites, E-Mails oder Nachrichten, die legitime Dienste imitieren, um Ihre Zugangsdaten, privaten Schlüssel oder Seed-Phrasen zu stehlen.

So funktioniert es:

  • Eine gefälschte E-Mail von „Coinbase“ weist auf ein Sicherheitsproblem hin und fordert Sie auf, sich sofort über einen bereitgestellten Link anzumelden.
  • Der Link führt zu einer pixelgenauen Kopie der Coinbase-Website.
  • Sie geben Ihre Zugangsdaten ein, die vom Angreifer abgefangen werden.
  • Der Angreifer meldet sich dann in Ihrem echten Konto an und räumt Ihre Gelder ab.

Varianten:

  • Gefälschte Wallet-Websites: Seiten, die MetaMask, Ledger oder Trezor imitieren und Sie auffordern, Ihre Seed-Phrase zur „Verifizierung“ oder „Wiederherstellung“ einzugeben.
  • Gefälschter Kundensupport: Betrüger auf Twitter, Discord oder Telegram geben sich als offizielle Support-Mitarbeiter aus und bieten „Hilfe“ an, indem sie nach Ihrer Seed-Phrase fragen.
  • Bösartige Browser-Erweiterungen: Gefälschte Wallet-Erweiterungen, die Ihre Schlüssel abgreifen.
  • Suchmaschinenanzeigen: Betrüger kaufen Google/Bing-Anzeigen für Phishing-Seiten, die über legitimen Ergebnissen erscheinen.

So schützen Sie sich:

  • Setzen Sie Lesezeichen für die offiziellen Websites von Börsen und Wallets. Greifen Sie immer über Ihre Lesezeichen darauf zu, niemals über Suchergebnisse oder Links.
  • Geben Sie Ihre Seed-Phrase niemals auf einer Website ein. Keine legitime Wallet oder Dienstleistung wird jemals online danach fragen.
  • Prüfen Sie URLs akribisch. Achten Sie auf subtile Schreibfehler (coinbbase.com, metamask.io vs. metamask.com).
  • Aktivieren Sie Anti-Phishing-Codes bei Börsen, die sie anbieten (Binance, OKX).
  • Verwenden Sie eine Hardware-Wallet. Selbst wenn Ihr Börsenkonto kompromittiert wird, bleiben Gelder in Ihrer Hardware-Wallet sicher.

2. Rug Pulls

Ein Rug Pull tritt auf, wenn die Entwickler eines Kryptowährungsprojekts (typischerweise ein DeFi-Protokoll oder Meme-Coin) plötzlich die gesamte Liquidität aus dem Projekt abziehen und mit den Geldern der Anleger verschwinden.

So funktioniert es:

  1. Entwickler erstellen einen neuen Token und fügen Liquidität zu einem DEX hinzu (wie Uniswap).
  2. Sie bewerben den Token aggressiv über soziale Medien, Influencer und bot-gesteuerten Hype.
  3. Wenn Anleger einsteigen, steigt der Preis.
  4. Die Entwickler entfernen die gesamte Liquidität aus dem Pool, wodurch der Preis auf null abstürzt.
  5. Anleger bleiben auf wertlosen Tokens sitzen.

Warnsignale für mögliche Rug Pulls:

  • Anonymes Team ohne verifizierbare Erfolgsbilanz.
  • Kein Audit des Smart Contracts (oder ein Audit von einer unbekannten Firma).
  • Liquidität ist nicht gesperrt oder nur sehr kurz gesperrt.
  • Vertrag erlaubt dem Entwickler, unbegrenzt Tokens zu minten oder Transfers einzufrieren.
  • Aggressives, koordiniertes Shilling in sozialen Medien.
  • Unrealistische Renditeversprechen („100x garantiert“).
  • Kopierter Code aus anderen Projekten mit minimalen Änderungen.

So schützen Sie sich:

  • Recherchieren Sie das Team — suchen Sie nach verifizierbaren Identitäten und Erfolgsnachweisen.
  • Prüfen Sie, ob der Smart Contract von einer renommierten Firma auditiert wurde (CertiK, Trail of Bits, OpenZeppelin, Consensys Diligence).
  • Verifizieren Sie, dass Liquidität gesperrt ist (Tools wie Unicrypt oder Team.finance können dies prüfen).
  • Lesen Sie den Smart-Contract-Code oder verwenden Sie Tools, die Vertragsrisiken analysieren (z. B. Token Sniffer, GoPlus Security).
  • Investieren Sie in neue, unbewiesene Tokens niemals mehr, als Sie sich zu verlieren leisten können.

3. Ponzi- und Pyramidensysteme

Ponzi-Systeme versprechen hohe, konstante Renditen, zahlen frühe Investoren jedoch mit dem Geld neuer Investoren statt aus legitimen Gewinnen aus. Sie brechen zwangsläufig zusammen, wenn der Zufluss neuer Investitionen nachlässt.

Warnsignale für Krypto-Ponzi-Systeme:

  • Garantierte Renditen (insbesondere hohe Prozentsätze wie „1 % täglich“ oder „30 % monatlich“).
  • Empfehlungsboni, die zur Rekrutierung neuer Investoren anreizen.
  • Vage oder nicht erklärbare Anlagestrategie („unser KI-Trading-Bot“ oder „Arbitrage-Algorithmus“).
  • Schwierigkeiten bei Auszahlungen (Verzögerungen, steigende Mindestauszahlungsbeträge).
  • Druck, Renditen zu reinvestieren statt auszuzahlen.

Bekannte Beispiele:

  • BitConnect (zusammengebrochen 2018, ~2 Milliarden US-Dollar Verlust).
  • OneCoin (massiver globaler Betrug, ~4 Milliarden US-Dollar Verluste).
  • Zahlreiche „Yield“-Plattformen mit nicht tragfähigen Renditeversprechen.

So schützen Sie sich:

  • Wenn Renditen zu gut klingen, um wahr zu sein, sind sie es auch. Legitime DeFi-Renditen liegen 2026 bei Mainstream-Protokollen zwischen 2-15 % APY. Alles deutlich darüber ist entweder extrem riskant oder betrügerisch.
  • Hinterfragen Sie, woher die Renditen stammen. Legitime Erträge kommen aus Kreditnehmerzinsen, Handelsgebühren oder Protokoll-Emissionen (die eigene Risiken tragen). Wenn die Renditequelle nicht klar erklärbar ist, handelt es sich wahrscheinlich um ein Ponzi-System.
  • Prüfen Sie den regulatorischen Status — legitime Investmentplattformen sind in der Regel registriert oder lizenziert.

4. Gefälschte Giveaways und Airdrops

Betrüger geben sich als Prominente, Unternehmen oder Krypto-Projekte aus und versprechen, Ihre „Krypto zu verdoppeln“ oder kostenlose Tokens zu verteilen.

So funktioniert es:

  • Ein gefälschtes Elon Musk- oder Vitalik Buterin-Konto twittert: „Sende mir 1 BTC, ich sende dir 2 BTC zurück!“
  • Gefälschte YouTube-Livestreams legen Betrugs-QR-Codes oder Adressen über echte Konferenzaufnahmen.
  • Betrugs-Airdrops fordern Sie auf, Ihre Wallet mit einer bösartigen Seite zu verbinden und eine Transaktion zu genehmigen, die Ihre Gelder abräumt.
  • NFT-Airdrops erscheinen in Ihrer Wallet mit Links zu gefälschten Seiten.

So schützen Sie sich:

  • Niemand wird jemals Ihre Kryptowährung verdoppeln. Das ist immer Betrug, ohne Ausnahme.
  • Echte Airdrops verlangen niemals, dass Sie zuerst Kryptowährung senden.
  • Verifizieren Sie jedes Giveaway oder jeden Airdrop über offizielle Kanäle (verifizierte Website und Social-Media-Kanäle des Projekts).
  • Seien Sie vorsichtig bei unaufgeforderten NFTs oder Tokens in Ihrer Wallet — sie können bösartige Links in ihren Metadaten enthalten.

5. Social Engineering und Identitätsbetrug

Betrüger bauen über persönliche Beziehungen (romantisch oder beruflich) mit der Zeit Vertrauen auf und manipulieren Opfer dann dazu, Kryptowährung zu senden.

Romance Scams („Pig Butchering“):

  • Betrüger bauen romantische Beziehungen über Dating-Apps oder soziale Medien auf.
  • Über Wochen oder Monate führen sie das Opfer an eine „besondere Investmentchance“ heran.
  • Das Opfer investiert auf einer gefälschten Plattform, die vom Betrüger kontrolliert wird, und sieht fingierte Gewinne.
  • Wenn das Opfer auszahlen will, verlangt der Betrüger zusätzliche „Gebühren“ oder „Steuern“.
  • Schließlich verschwindet der Betrüger mit allen Geldern.

Identitätsbetrug:

  • Betrüger geben sich per E-Mail als Unternehmensführung aus („CEO-Fraud“) und fordern dringende Kryptowährungstransfers.
  • Gefälschter Tech-Support behauptet, Ihre Wallet oder Ihr Konto sei kompromittiert.
  • Imitation von Freunden oder Familienmitgliedern, deren Social-Media-Konten gehackt wurden.

So schützen Sie sich:

  • Seien Sie extrem misstrauisch gegenüber Personen, die Sie nie persönlich getroffen haben und die über Krypto-Investments sprechen.
  • Senden Sie niemals Kryptowährung auf Anweisung aus E-Mail, Textnachricht oder sozialen Medien — verifizieren Sie über einen separaten, bekannten Kommunikationskanal.
  • Denken Sie daran, dass legitime Unternehmen niemals verlangen werden, Gebühren in Kryptowährung zu zahlen, um Ihre Gelder freizuschalten.

6. Gefälschte Börsen und Wallets

Betrüger erstellen überzeugende Kopien von Börsen und Wallet-Anwendungen:

  • Gefälschte Börsen-Websites, die Einzahlungen akzeptieren, aber nie Auszahlungen zulassen.
  • Gefälschte mobile Wallet-Apps in App Stores (sogar in offiziellen — Fake-Apps rutschen gelegentlich durch die Prüfung).
  • Modifizierte Open-Source-Wallet-Software mit Hintertüren, die Ihre privaten Schlüssel stehlen.

So schützen Sie sich:

  • Laden Sie Wallet-Software nur von offiziellen Websites herunter. Prüfen Sie die URL Zeichen für Zeichen.
  • Prüfen Sie bei mobilen Apps den Entwicklernamen, die Anzahl der Bewertungen und die Downloadzahlen.
  • Kaufen Sie Hardware-Wallets nur im offiziellen Shop des Herstellers oder bei autorisierten Händlern.
  • Verifizieren Sie die PGP-Signatur oder den SHA-256-Hash heruntergeladener Software, wenn verfügbar.

7. Pump-and-Dump-Systeme

Koordinierte Versuche, den Preis eines Tokens mit geringer Marktkapitalisierung künstlich in die Höhe zu treiben und dann am Höhepunkt zu verkaufen, wodurch spätere Käufer Verluste erleiden.

So funktioniert es:

  1. Organisatoren akkumulieren heimlich einen Token mit niedriger Marktkapitalisierung.
  2. Sie bewerben ihn aggressiv über Telegram-Gruppen, Twitter, TikTok und bezahlte Influencer.
  3. Neue Käufer treiben den Preis nach oben (der „Pump“).
  4. Organisatoren verkaufen ihre Bestände zu überhöhten Preisen (der „Dump“).
  5. Der Preis bricht ein, und späte Käufer verlieren ihre Investition.

So schützen Sie sich:

  • Seien Sie skeptisch bei Tokens, die aggressiv in sozialen Medien beworben werden.
  • Prüfen Sie Liquidität, Holder-Verteilung und Verlauf des Handelsvolumens des Tokens.
  • Wenn der Preis eines Tokens plötzlich ohne klare fundamentale Gründe steigt, vermeiden Sie einen Kauf.
  • Denken Sie daran: Wenn Sie die Werbung sehen, wollen die Organisatoren an Sie verkaufen.

8. Clipboard-Hijacking-Malware

Spezialisierte Malware überwacht Ihre Zwischenablage auf Kryptowährungsadressen. Wenn Sie eine Adresse zum Senden von Geldern kopieren, ersetzt die Malware sie durch die Adresse des Angreifers.

So schützen Sie sich:

  • Nach dem Einfügen einer Adresse prüfen Sie manuell, ob mindestens die ersten 6 und letzten 6 Zeichen mit der beabsichtigten Adresse übereinstimmen.
  • Verwenden Sie eine Hardware-Wallet, die die Zieladresse auf ihrem sicheren Bildschirm anzeigt.
  • Halten Sie Ihr Betriebssystem und Ihre Antivirus-Software aktuell.
  • Seien Sie vorsichtig beim Herunterladen von Software aus nicht verifizierten Quellen.

9. KI-gestützte Betrugsmaschen (Trend 2025-2026)

Fortschritte in der künstlichen Intelligenz haben neue Betrugsvektoren ermöglicht:

  • Deepfake-Videoanrufe: Betrüger nutzen KI, um überzeugende Videoanrufe zu erzeugen, in denen sie bekannte Personen imitieren (CEOs, Influencer, Freunde).
  • KI-generierte Inhalte: Ausgefeilte Fake-Artikel, Bewertungen und Social-Media-Profile, die mit KI erstellt werden, um Betrugsprojekten Glaubwürdigkeit zu verleihen.
  • Stimmklonen: Nachbildung der Stimme einer bekannten Person für Telefonbetrug mit der Bitte um Kryptowährungstransfers.
  • KI-Chatbots: Automatisiertes Social Engineering im großen Maßstab durch überzeugende Chatbot-Interaktionen.

So schützen Sie sich:

  • Verifizieren Sie jede Geldanforderung über einen separaten, bekannten Kommunikationskanal — selbst wenn die Person aussieht und klingt wie jemand, den Sie kennen.
  • Seien Sie skeptisch bei Videoanrufen von unerwarteten Kontakten, die finanzielle Aktionen verlangen.
  • Legen Sie Authentifizierungsphrasen oder -codes mit Familienmitgliedern und Geschäftspartnern fest, um Identitäten zu verifizieren.

Wie man ein Krypto-Projekt bewertet

Bevor Sie in eine Kryptowährung oder ein Protokoll investieren, führen Sie eine Due Diligence durch:

Die DYOR-Checkliste

Team:

  • Sind Teammitglieder öffentlich benannt und haben verifizierbare Hintergründe?
  • Haben sie relevante Erfahrung (Blockchain-Entwicklung, Finanzen, die spezifische Domäne)?
  • Finden Sie ihre Profile auf LinkedIn, GitHub oder anderen professionellen Plattformen?

Technologie:

  • Ist der Code Open Source und zur Prüfung verfügbar?
  • Wurde der Smart Contract von einer renommierten Firma auditiert? (Prüfen Sie den Audit-Bericht selbst.)
  • Hat das Projekt ein funktionierendes Produkt oder nur ein Whitepaper?

Tokenomics:

  • Wie sind Tokens verteilt? (Vorsicht bei Projekten, in denen Insider >50 % halten.)
  • Gibt es einen Vesting-Zeitplan für Team- und Investoren-Tokens?
  • Welchen Nutzen hat der Token? Gibt es einen echten Grund, ihn zu halten?
  • Ist die Liquidität gesperrt? Für wie lange?

Community:

  • Ist die Community organisch oder voller Bots?
  • Gibt es echte Diskussionen oder nur Hype und Emoji-Reaktionen?
  • Wie reagiert das Team auf kritische Fragen?

Rechtliches:

  • Entspricht das Projekt den relevanten Vorschriften?
  • Gibt es eine registrierte juristische Einheit dahinter?
  • Gibt es Nutzungsbedingungen und eine Datenschutzerklärung?

Zusammenfassung der Warnsignale

WarnsignalRisikostufeAktion
Anonymes TeamHochVermeiden oder extreme Vorsicht
Garantierte RenditenSehr hochImmer Betrug
Nicht auditierte Smart ContractsHochAuf Audit warten oder vermeiden
Druck, schnell zu investierenSehr hochAbstand nehmen
Ungesperrte LiquiditätHochSehr riskant
Keine Erklärung, wie Renditen funktionierenSehr hochWahrscheinlich Ponzi
Prominenten-EmpfehlungenMittelÜber offizielle Kanäle verifizieren
Kopiertes WhitepaperHochLow-Effort-Projekt
Kein funktionierendes ProduktMittel-HochBestenfalls spekulativ

Was tun, wenn Sie betrogen wurden

Sofortmaßnahmen

  1. Beenden Sie jede Kommunikation mit dem Betrüger.
  2. Sichern Sie verbleibende Vermögenswerte: Wenn Ihr Börsenkonto oder Ihre Wallet kompromittiert sein könnte, übertragen Sie verbleibende Gelder sofort auf eine neue, sichere Wallet.
  3. Ändern Sie alle Passwörter für zugehörige Konten (Börse, E-Mail, soziale Medien).
  4. Aktivieren Sie 2FA (oder setzen Sie es zurück, wenn kompromittiert) auf allen Konten.
  5. Dokumentieren Sie alles: Speichern Sie alle Kommunikationsverläufe, Transaktions-Hashes, Wallet-Adressen, Screenshots und URLs. Diese Beweise sind für jede Untersuchung entscheidend.

Meldung

  • US: FBI Internet Crime Complaint Center (IC3), FTC, Generalstaatsanwalt Ihres Bundesstaats.
  • UK: Action Fraud (actionfraud.police.uk).
  • EU: Lokale Strafverfolgungsbehörden und nationale Cybercrime-Einheiten.
  • Börse: Melden Sie die Adresse des Betrügers der Börse (falls der Betrüger eine verwendet hat) — sie kann das Konto möglicherweise einfrieren.
  • Blockchain-Analyse: Dienste wie Chainalysis und CipherTrace arbeiten mit Strafverfolgungsbehörden zusammen.

Erwartungen an Wiederherstellung

Seien Sie realistisch: Die Wiederbeschaffung von Kryptowährungen nach Betrug ist schwierig. Dennoch:

  • Strafverfolgungsbehörden haben ihre Fähigkeiten zur Nachverfolgung von Kryptowährungen verbessert.
  • Einige gestohlene Gelder wurden zurückgeholt, insbesondere wenn Börsen kooperieren.
  • Unternehmen, die „Krypto-Wiederherstellungsdienste“ anbieten, sind oft selbst Betrug — seien Sie extrem vorsichtig.

Sicherheits-Best-Practices

Digitale Sicherheit

  • Verwenden Sie einen Passwort-Manager (1Password, Bitwarden) mit einzigartigen, starken Passwörtern für jedes Konto.
  • Aktivieren Sie überall 2FA — Authenticator-App (Google Authenticator, Authy) oder Hardware-Schlüssel (YubiKey), niemals SMS.
  • Halten Sie Software aktuell: Wallet-Apps, Browser, Betriebssysteme.
  • Verwenden Sie Antivirus/Anti-Malware-Software auf allen Geräten, die für Kryptowährungen genutzt werden.
  • Seien Sie vorsichtig mit Browser-Erweiterungen: Installieren Sie nur Erweiterungen, die Sie wirklich brauchen, und verifizieren Sie deren Legitimität.
  • Nutzen Sie ein dediziertes Browser-Profil für Kryptowährungsaktivitäten — getrennt vom allgemeinen Surfen.

Kommunikationssicherheit

  • Teilen Sie niemals Ihre Seed-Phrase, privaten Schlüssel oder Passwörter mit irgendjemandem, aus irgendeinem Grund, niemals.
  • Seien Sie standardmäßig skeptisch: Gehen Sie davon aus, dass jede unaufgeforderte Kommunikation über Kryptowährungen Betrug ist, bis das Gegenteil bewiesen ist.
  • Unabhängig verifizieren: Wenn Sie jemand kontaktiert und behauptet, ein Unternehmen zu vertreten, suchen Sie die offiziellen Kontaktdaten des Unternehmens selbst und kontaktieren Sie es über diesen Kanal.
  • Klicken Sie nicht auf Links in E-Mails, DMs oder Textnachrichten zu Kryptowährungen. Navigieren Sie direkt zur offiziellen Website.

Finanzielle Sicherheit

  • Starten Sie klein mit jeder neuen Plattform, jedem Protokoll oder Investment.
  • Investieren Sie niemals aus FOMO oder sozialem Druck.
  • Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das auch.
  • Diversifizieren Sie — legen Sie nicht alle Vermögenswerte an einem Ort oder in einem Protokoll an.
  • Ziehen Sie bei größeren Beständen in Self-Custody ab. Vertrauen Sie Börsen nicht als Sparkonto.
SafeSeed Tool

Schützen Sie Ihre Krypto von Anfang an mit einer sicheren Wallet-Grundlage. Der SafeSeed Seed Phrase Generator erstellt BIP-39-konforme Seed-Phrasen vollständig in Ihrem Browser — keine Serverkommunikation, kein Datenleck. Für maximale Sicherheit verwenden Sie ihn im Offline-Modus, indem Sie die Seite speichern und vor dem Generieren Ihrer Seed-Phrase die Internetverbindung trennen.

FAQ

Was ist 2026 der häufigste Krypto-Betrug?

Phishing bleibt der häufigste und effektivste Betrugsvektor. KI-gestütztes Social Engineering (Deepfake-Anrufe, Stimmklonen, ausgefeilte Fake-Inhalte) hat sich zu einer wachsenden Bedrohung entwickelt. Romance Scams („Pig Butchering“) verursachen weiterhin die größten individuellen Verluste.

Kann gestohlene Kryptowährung wiederhergestellt werden?

Manchmal, aber es ist schwierig. Strafverfolgungsbehörden können Blockchain-Transaktionen heute besser nachverfolgen, und manche Börsen frieren verdächtige Konten ein. Werden Gelder jedoch schnell über Mixer, Privacy Coins oder Cross-Chain-Bridges verschoben, wird eine Wiederherstellung sehr unwahrscheinlich. Vertrauen Sie niemals „Krypto-Wiederherstellungsdiensten“, die Sie kontaktieren — das sind fast immer zusätzliche Betrugsmaschen.

Wie erkenne ich, ob eine Website legitim ist?

Prüfen Sie die URL sorgfältig (Zeichen für Zeichen). Achten Sie auf HTTPS und ein gültiges SSL-Zertifikat (auch wenn Betrugsseiten diese ebenfalls haben können). Verifizieren Sie die Seite über offizielle Projektkanäle (verifizierte Twitter/X-Konten, offizielle Discord-Ankündigungen). Nutzen Sie Browser-Lesezeichen für regelmäßig besuchte Seiten. Prüfen Sie das Registrierungsdatum der Domain — legitime Projekte haben meist ältere Domains.

Ist es sicher, meine Wallet mit DeFi-Websites zu verbinden?

Das Verbinden Ihrer Wallet mit einer DeFi-Seite legt nur Ihre öffentliche Adresse offen — die Seite erhält keinen Zugriff auf Ihre Gelder. Das Risiko entsteht durch das Signieren von Transaktionen oder die Freigabe von Token-Ausgaben. Signieren Sie Transaktionen nur auf verifizierten, auditierten DeFi-Protokollen, und prüfen Sie sorgfältig, was Sie freigeben, bevor Sie bestätigen. Verwenden Sie für DeFi-Experimente eine separate Wallet mit begrenzten Geldern.

Was soll ich tun, wenn ich unaufgeforderte Tokens oder NFTs in meiner Wallet erhalte?

Interagieren Sie nicht damit. Betrugs-Tokens und NFTs enthalten oft bösartige Smart Contracts, die Ihre Wallet leeren können, wenn Sie versuchen, sie zu verkaufen oder zu übertragen. Ignorieren Sie sie oder blenden Sie sie in Ihrer Wallet-Oberfläche aus. Klicken Sie nicht auf Links in ihren Metadaten.

Sind Hardware-Wallets vor Betrug sicher?

Hardware-Wallets schützen vor Malware, Phishing (bezüglich Ihrer privaten Schlüssel) und Fern-Diebstahl, weil Schlüssel das Gerät nie verlassen. Sie schützen jedoch nicht vor allen Betrugsmaschen — Sie können immer noch dazu gebracht werden, eine bösartige Transaktion auf Ihrer Hardware-Wallet zu signieren. Lesen und verifizieren Sie Transaktionsdetails immer auf dem Gerätebildschirm, bevor Sie bestätigen. Eine Hardware-Wallet schützt Ihre Schlüssel, aber Ihr Urteilsvermögen müssen Sie selbst schützen.

Wie melde ich einen Krypto-Betrug?

Melden Sie ihn bei lokalen Strafverfolgungsbehörden, Ihrer nationalen Cybercrime-Einheit (FBI IC3 in den US, Action Fraud im UK), der beteiligten Börse (falls zutreffend) und der relevanten Projekt-Community. Stellen Sie alle Unterlagen bereit: Transaktions-Hashes, Wallet-Adressen, Kommunikation und Screenshots.

Kann mein Börsenkonto trotz 2FA gehackt werden?

Es ist schwieriger, aber nicht unmöglich. SMS-basierte 2FA ist anfällig für SIM-Swapping-Angriffe. Authenticator-basierte 2FA ist deutlich stärker. Hardware-Sicherheitsschlüssel (YubiKey, Titan) bieten den stärksten Schutz. Außerdem können Session Hijacking und ausgefeilte Phishing-Angriffe 2FA in manchen Fällen umgehen. Whitelisting von Auszahlungsadressen bietet eine zusätzliche Schutzebene.

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